Sonntag, 25. Dezember 2011

-10-

ich schreie dich an, höre meiner ätzenden stimme selbst schon nicht mehr zu. 'hör mir zu, mama. hör mir doch endlich zu!', schießt es mir durch den kopf. ich werde still, schließe die augen und fange an zu laufen, knalle die tür zu, renne die treppe hoch, in mein zimmer. türe abschließen, licht aus, ipod nehmen, ins bett legen, kopfhörer rein, musik an. 
was mein wunsch ist? ich brauche kein verdammtes ipad und ohne die kamera könnte ich mit sicherheit auch leben, musste ich vorher auch. ich brauche auch nicht das geld, die süßigkeiten, das parfüm oder sonst was. das einzige, was ich wirklich brauche, ist eine umarmung, etwas zuneigung, aufmerksamkeit, von dir. merkst du das eigentlich nicht? 
ich spüre, wie die tränen über meine wangen laufen, der selbsthass kommt. dieses verlangen in meinem körper, was ich nicht unterdrücken kann. ich stehe auf, gehe zu meinem 'versteck', dass ihr noch nicht entdeckt habt. schokolade, ich brauche schokolade, ganz viel. rausholen, packung auf und anfangen zu essen, nachdenken, verdrängen, die leere füllen. 
irgendwann habe ich genug. vollgefressen, überfressen, schlechtes gewissen. 
einen gedanken an meine therapeutin verschwenden. 'versuche das gefühl auszuhalten'. 
ich lache. 'achja, und wie? ich bin nicht stark genug'.  
aufstehen, ins bad gehen, in den spiegel gucken und alles, was ich verdrängt, in mich hineingefressen und ertragen habe, wieder auskotzten. all' die gescheiterten versuche, deine aufmerksamkeit zu tun. und langsam, ganz langsam wird es mir egal, welche grenzen ich noch überschreite, um sie zu bekommen. 


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