Montag, 26. November 2018

wut

ich bin so wütend auf dich, mama 
für alles was du mir angetan hast 
für jede sekunde in der du getrunken und mich vernachlässigt hast 
für jedes angeschrien werden 
für jedes missachtet werden 
einfach für alles 

du hättest verhindern können, dass ich je an einen punkt komme, an dem es mir so schlecht geht 
ich hab dich um hilfe gebeten
aber du hast nur getrunken 
und mich nieder gemacht 
und nicht beachtet 
ich war dir nicht wichtig 
und das tut weh 

all die jahre jeden tag das gleiche 
nur weil du mit deinem scheiß nicht klar kamst 
nur weil du nicht die eier dazu hattest dir hilfe zu suchen 
für dich gab es nur dich dich dich 
und alle anderen waren schuld daran wie es dir ging 
das problem daran ist nur, 
dass du nie etwas anderes versucht hast 
du hast dir selbst nie hilfe geholt 
hast selbst nie etwas an deiner situation verändert 
hast nie versucht, dass es dir besser geht 
du bist hilflos gefangen in deinem selbstgebauten käfig 
und dann hast du einen noch größeren käfig gebaut 
und uns alle dort eingesperrt 
und ich sitze immer noch dort drin 
zwar nah an den gittern, 
nah am licht, 
mit dem rücken zu dir gekehrt, 
aber immernoch dort drin 
und ich weiß nicht wie ich rauskommen soll 
ich weiß nicht wie ich dir vergeben soll 
jeden tag sehe ich all diese erinnerungen vor meinem inneren auge umherschweben 
sie verfolgen mich 
sie bedrohen mich 
sie versuchen mich zu töten 

du hast in meiner erinnerung versucht mich zu töten 
hast mich liegen und verrecken lassen 

und ich weiß, dass ist nur die alkoholsucht 
die dort aus dir sprach 
aber für dich ist es am nächsten tag vergessen, 
für mich nie 
und deine dir selbst uneingestandene alkoholsucht ist keine entschuldigung für dein verhalten 
aber würde eine entschuldigung all das wieder gut machen ? 
es würde mir immerhin zeigen, dass du dir über deine fehler im klaren bist 
und ich hoffe, dass du das bist 
damit du nicht die selben fehler jeden einzelnen tag wiederholst 
wieder alles um dich herum zerstörst 
jeden zerstörst 
dich zerstörst 
dich tötest

denn davor habe ich irgendwie noch am meisten angst 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

angst

ganz langsam frisst mich diese angst auf 
es kam ganz schleichend
immer wieder und wieder hab ich im letzten jahr gemerkt 
wie sie kommt 
mich einnimmt 
einschlingt 
ich habe gemerkt, dass es schlimmer wird 
dass ich ganz langsam nicht mehr kann 
das alles viel zu viel ist 
und mein gehirn nicht hinterherkommt dass alles zu verarbeiten 
ich hab alle warnsignale gesehen 
und doch weitergemacht 
immer weiter 
du schaffst das 
mach noch dies 
mach noch das 
kümmer dich um deine krebskranke mutter 
und um all deine freunde 
und um ihn 
sei seine therapeutin 
und beste freundin 
und geliebte 
und dabei vergaß ich ganz das wichtigste 

mich 

ich hab mich vergessen 
ich hab meine probleme vergessen 
meine gefühle 
meine bedürfnisse 
meine pausen 
ich hab mich einfach vergessen 
in der ecke stehen lassen 
und immer weitergemacht 
für alles und jeden 
nur nicht für mich 

ich will dieses studium unbedingt schaffen 
will mir und allen anderen beweisen, dass ich es kann 
aber es frisst mich auf 
und ich gestehe es mir nicht ein 

ich hab mir hier ein leben aufgebaut 
ich mag die stadt 
mag meinen kleinen (kaum vorhandenen) kreis 
ich mag es, dass ich nicht so viele stunden in der uni sein muss 
ich mag es, dass die menschen eine andere sprache sprechen 
ich mag ihn 
ich mag ihn 
ich mag ihn 
ich mag so vieles 

und doch ist es schwieriger, 
wenn kaum jemand deine muttersprache spricht
 wenn die ärzte dich nicht verstehen 
du keinen therapieplatz bekommst
deine mutter mit krebs im endstadium zu hause sitzt 
dein vater so tut als wärst du jetzt plötzlich erwachsen und er muss nichts mehr tun 
deine eltern sich nie bei dir melden 
du deine freunde kaum siehst 
dich in der wohnung nicht so wohl fühlst 
du dich klein fühlst, jung fühlst 
und dabei wolltest du nur erwachsen sein 
wolltest allen zeigen dass du es kannst 
wolltest deinen traum verwirklichen 
und dabei ist es viel zu viel 

und du hast angst, dir genau das einzugestehen 
deshalb entwickelt deine psyche psychosomatische beschwerden 
hypochondrie 

es tut mir leid, v. 
dass ich nicht vorher reagiert habe
 und es tut mir leid, dass ich nicht zu 100% weiß, was ich machen soll 
du willst weiter hier studieren und dieses leben leben 
aber du brauchst hilfe 
und zwar schnell 
weil alles in dir schreit 
und weint 
und kämpft 
und zittert 
weil du nicht mehr kannst 
weil du schon lange nicht mehr kannst 

deshalb hüllt dich deine psyche in eine blase voller benommenheit 
damit du möglichst wenig mitbekommst 
möglichst wenig aushalten musst 
und dich auf dich konzentrieren musst 
darauf, dass dir nichts passiert 

aber weißt du, ich kann das grade nicht 
ich will hilfe 
aber wie ? 
du kümmerst dich um den therapieplatz und sprichst mit deinem psychiater 
aber das alles hilft dir nicht wirklich 
du brauchst jetzt radikale, schnelle und tiefgreifende hilfe 
jetzt jetzt jetzt 
und gleichzeitig willst du das alles hier nicht aufgeben

also was machst du bloß ? 
hm ? 
irgendeine idee? 

bitte, liebe psyche
 schick mir ein zeichen 
sag mir was du willst 
was du brauchst 
was ich tun soll 
denn ich weiß es nicht 
ich weiß nur, dass ich irgendwas tun muss 
bevor es mich auffrisst 
und zerstört 
bevor irgendwas schlimmes passiert 
 

Mittwoch, 26. September 2018

du hattest kein recht dazu mich anzufassen 
du hattest kein recht dazu mich mit drogen abzufüllen 
du hattest kein gottverdammtes recht dazu mich anzufassen 
und du hattest kein gottverdammtes recht dazu mit mir zu machen was du willst 
du widerst mich an 
du dreckiges, pedophiles stück scheiße 

du hattest kein recht dazu mir mein leben zu nehmen 
als wäre es nichts wert
denn es ist etwas wert 
und ich bin etwas wert 
und du hattest kein scheiß gottverdammtes recht dazu!
das ist mein körper 
und meine entscheidung 
mein wille 
mein sein 

ich muss damit leben 
und du hattest einfach kein recht dazu 
und trotzdem hast du es dir einfach genommen 
und ich muss jeden tag
jede stunde 
jede minute 
und jede sekunde damit leben
dass ich für dich nicht mehr war als ein lebloser, seelloser körper 
eine hülle 
ein objekt 
ein loch 

und du dreckiges arschloch darfst jeden tag sorglos sein 
darfst jeden tag weitere kleine mädchen suchen und finden 
und sie mit drogen zudröhnen 
und mit ihnen machen was du willst 
du widerst mich einfach nur an 
und ich wünsche dir, dass das eines tages mal jemand mit dir macht
dich willenlos und kraftlos macht 
dich einfach nimmt obwohl du schreist und betest 
jedes deiner neins ignoriert 
denn ganz ehrlich, 
du hättest es verdient 
den ganzen schmerz und den hass und noch mehr schmerz
dir wünsche ich nur das allerschlimmste 
für all das was du mir und all den anderen angetan hast 
und noch tust 

Sonntag, 15. Juli 2018

zu viel

zu viel, zu viel, zu viel
alles ist zu viel 
5 traumata
zu viel 
krebskranke, alkoholiker, borderline mutter 
zu viel 
freund der unschuldig 3 1/2 jahre ins gefägnis soll und ne PTBS hat 
zu viel 
uni mit unglaublich scheiße vielen ansprüchen 
zu viel 
freunde, alle mit problemen 
zu viel 
alle großeltern krank
zu viel 
das was mich früher getragen hat wird mir genommen 
zu viel 
mit vater am tisch sitzen und sich vorkommen, als wäre man sich fremd 
zu viel 
straßensperrungen, putzfrau im urlaub, treffen absagen 
zu viel zu viel zu viel 
jede kleinigeit ist mir zu viel 
und es zieht an meinem kräften 
reißt mich zu boden 
doch ich kann nicht liegen bleiben 
ich muss hier helfen 
und da helfen 
und dies erledigen 
und kümmer dich bitte noch darum 
handy auf laut, immer zu erreichen 
"du hast doch jetzt zeit" 

aber die habe ich nicht 
weil das, was ich tragen muss wirklich unfair für ein leben ist
wer hilft mir? 
wer nimmt mir meine last ab ? 
wer fragt mich wie es mir geht? 
wer bietet mir hilfe an ? 

niemand. 
denn anscheinend war ich so dumm und war schon immer zu stark 
"du bekommst das schon hin v., so wie du alles hinbekommst"
und was ist, wenn ich es irgendwann nicht mehr hinbekomme? 
wenn ich euch nicht mehr alle mittragen kann, obwohl ich selbst schon mehr habe, als ich tragen kann? 
was ist, wenn ich nicht stark genug bin, um das alles zu ertragen ? 
 
 
 

Mittwoch, 23. Mai 2018

arschloch

du hast mich jeden tag angefasst 
ohne auch nur daran zu denken mich je zu fragen 
ohne daran zu denken wie es mir damit geht 
ohne daran zu denken welche konsequenzen das für mich hat 
du hast mich jeden tag angefasst, 
an stellen, 
an denen du kein recht hattest mich anzufassen 
jeden tag 
ohne meine erlaubnis 

und jedes mal hab ich mich etwas weniger gewehrt
weil ich merkte, 
dass es keinen sinn hat 
dass du eh nicht aufhörst 
und dir von meinem körper nimmst was du willst

ABER DAS IST MEIN KÖPRER 
MEINER MEINER MEINER 
UND DIR GEHÖRT GAR NICHTS DAVON 

UND WIE ZUM TEUFEL KOMMST DU BEHINDERTER FOTZENARSCHHURENSOHNWICHSERFICKERARSCHLOCHICHHOFFEDUVERRECKSTELENDIG BITTE ALLEN ERNSTES AUF DIE IDEE MICH ZU FRAGEN OB DU EIN SCHLECHTER MENSCH BIST ? 

JA bist du 
JA ich hoffe du leidest genug in deinem leben 
JA ich wünsche dir nur das schlechteste 
und JA ich habe jedes gottverdammte recht dich zu hassen, mich als opfer anzusehen und dir zu sagen, dass du ein schlechter mensch bist. denn mir gegenüber warst du es und wenn du das nicht wissen willst, dann frag gefälligst nicht 
und jetzt geh, fick dich selbst, verreck an deinem scheiss alkohol und lass mich einfach nur in ruhe 
ich bin v. und ich bin eine starke, erwachsene, unabhängige und stolze frau und ich schütze mich vor egal wem oder was 

ich bin eine  starke, erwachsene, unabhängige und stolze frau und ich schütze mich vor egal wem oder was 

ich bin eine starke, erwachsene, unabhängige  und stolze frau und ich schütze mich vor egal wem oder was 

atme 
atme 
atme 
einfach atmen 
einfach nur atmen 
ein und wieder aus 
atmen 
du bist in sicherheit 
atmen 
dir wird nichts passieren 
niemand ist in der wohnung
niemand kommt her 
niemand stalkt dich 
niemand kann dir etwas tun 
atme einfach 
leg das messer weg 
und beruhige dich 
einfach atmen 
du bist eine starke, erwachsene, unabhängige frau und du kannst dich wehren und schützen 
dir wird nichts passieren 
geh in den kampfmodus 
du schaffst das 
das nächste mal kannst du überleben 
und atmen 
dir wird niemand was tun 
einfach atmen 
einfach in der wohnung bleiben 
mach den realitätscheck 
geh mit dem messer durch jedes zimmer
guck ob irgendwo jemand ist 
niemand da ? 
gut, tür zu
und atmen 
balkontüren abschließen
 haustür überpürfen 
niemand ist hier 
niemand kann dir was tun 
du musst einfach nur atmen und dich beruhigen 
du bist in sicherheit 
das ist nur deine amygdala 
du bist in sicherheit 
in sicherheit 
in sicherheit 
und dir wird nichts passieren 
du kannst dich wehren 
du lässt nicht zu, dass dir etwas passiert 
einfach ruhig atmen 
ganz langsam 
nur deine amygdala 
und die kann langsam runterfahren 
keine gefahr 
siehst du ? 
es ist doch gar nichts 
keine gefahr
 du bist in sicherheit 
alles wird gut 
dir wird nichts passieren 
du bist in sicherheit 
und du wirst dich schützen 
sei bereit für den notfall 
aber fahr ein bisschen herunter 
du bist in sicherheit 
und dir wird nichts passieren 
du kannst dich wehren 
du bist in sicherheit 
und dir wird nichts passieren
und du kannst dich wehren 
du bist in sicherheit 
und dir wird nichts passieren 
und du kannst dich wehren 

du bist eine starke, erwachsene, unabhängige und stolze frau und du schützt dich vor egal wem oder was

Montag, 14. Mai 2018

jupiter jones - wenn alle es verstehen

"wisst ihr, falls ihr irgendwelche fragen zu der schlimmen zeit damals habt, fragt mich gerne. wir sollten das geklärt haben, bevor ich an dem krebs sterbe und ihr nicht mehr die chance dazu habt"

als ich deinen scheiss nicht mehr tragen konnte wurdest du dieses erbarmungslose monster 
nur betrunken 
nur am drohen 
nur am schreiend um sich schlagenend
nur am versuchen mich zu zerstören, mich zu vernichten 

und an allem war ich schuld 
dass papa dich verlassen hat 
dass ich dich verlassen hab 
dass dir der job gekündigt wurde 
dass es dir so schlecht geht 
dass es allen so schlecht geht 
alles war ich ich ich 

jeden tag hast du mich aufs neue daran erinnernt 
immer neue vorwürfe 
immer neuen hass 
immer mehr drohungen 
immer mehr stalkerei und emotionale erpressung 

immer öfter hab ich diesen moment im kopf 
ich saß auf der treppe 
polizei und sanitäter sind schon da 
aber sie dürfen dich noch nicht mitnehmen
ein stundenlanges spiel zwischen ich liebe und ich hasse dich 
und wir alle warten nur darauf, dass du uns einen grund gibst dich zwangseinweisen lassen zu können 
du redest mit irgendwem 
und wie aus dem nichts rennst du auf mich los 
dieser endlose hass in deinen augen
und ich erstarre 
" ICH BRINGE DICH UM; JETZT BRINGE ICH DICH ENDGÜLTIG UM" 

all die jahre wurdest du immer mehr zu monster, 
immer weniger zu mutter

und dann kam der krebs 
und neue scheiße geht von vorne los 

ich dachte du stirbst 
und will irgendwie nur schnell mein gewissen bereinigen 
will nicht den rest meines lebens deine stimme mit all den beschimpfungen und vorwürfenin meinem kopf haben 

und du musst aufhören zu trinken, weil du sonst definitiv stirbst 
und irgendwie schaffst du es 
und jetzt habe ich eine mutter, nüchtern 

du wirst wieder menschlicher, du wirst klarer, du wirst mütterlicher 
und genau das macht mir angst 
weil ich dich so nicht mehr kenne 

weil ich wie ein kind werde, dass seine mutter braucht 
und du jede sekunde wieder zum monster werden kannst 
wer garantiert mir, dass du mich nicht mehr töten  möchtest ? 
wer garantiert mir, dass wenn ich dir fragen stelle, du nicht deinen schalter umlegst, zum monster wirst und mir irgendwas antust ? 

und selbst, wenn du kein monster mehr wirst 
dann hat das was dich tötet mir meine mutter wiedergebracht 
damit ich sie direkt danach wieder verliere

 

Freitag, 27. April 2018

und irgendwie ist alles seltsam

kennt ihr das, wenn sich alles seltsam anfühlt ? 
ein bisschen so, als wäre es nicht real 

all diese dinge prallen auf mich ein 
als hätte ich nicht schon genug mit meinen diagnosen zu kämpfen 
als wäre es nicht schon anstrengend genug auszuwandern
auf einer anderen sprache zu studieren 
sich ein neues leben aufzubauen 
an einer elite uni zu überleben und es zu schaffen 

und dann kamst noch du, 
mit deinem alkohol und deinem krebs 
weil hey, natürlich 
ein bisschen drama darf bei mir doch niemals fehlen 

und dann verkacke ich wegen dir fast die uni 
weil ich ständig nur daran denken kann, 
wie du völlig alleine stirbst, 
ich nicht für dich da war 
wie du dich selbst in den tod getrieben hast, 
so laut hast du nach mir geschrien 
aber ich kann nicht 
ich kann einfach nicht 

mein leben lang hab ich nur für dich gelebt 
und jetzt bin endlich ich dran 
ich darf leben, mama 
und du stirbst 
schon ziemlich ironisch, findest du nicht ? 

und dank dir wurden all die sachen wieder getriggert 
all die wunden sind wieder da
all der schmerz 
alles reißt auf und überschwemmt mich 
reißt mir den boden unter den füßen weg 
und jeden tag aufs neue kann ich nicht vergessen, was ihr mir angetan habt 

ich wünschte, ich könnte 
aber es kreist in meinem kopf herum 
ist gefangen in mir drin 
bestellt und nicht abgeholt 
immer wieder schlägt es auf mich ein 
jeden tag 

das einzig witzige daran ist, dass ich so viele traumata habe, 
dass sogar mein gehirn zeitlich damit überfordert ist 
alles auf einmal auf mich einprasseln zu lassen 

heute triggert dich dies,
morgen das 
heute quälen wir dich mal mit den bildern wie du vergewaltigt wurdest, 
morgen kommt dann die gewalt dran 
und übermorgen vielleicht nochmal, wie dich deine mutter umbringen wollte
hier noch eine priese hilflosigkeit, 
dort noch ein bisschen verweiflung
hast du schon genug schmerz gespürt? 
ich glaub nicht 
warte, ich geb dir noch ein bisschen 
achja, und den selbsthass und die zerstörung hab ich die letzte tage völlig vergessen, 
das klatsch ich dir dann morgen in die fresse 

 jeden tag eine neue bunte tüte voller scheisse
und jeden tag muss ich meine überlebensstrategie beibehalten 

du bist nicht für sie auf dieser welt 
NIEMAND hat das recht dir weh zu tun 
du wirst heute weder trinken, noch sonstige drogen nehmen 
du wirst heute nicht kotzen, fressen oder hungern 
du wirst dich heute nicht schneiden, nicht versuchen deinen körper zu töten 

du wirst heute überleben 
du wirst heute abend 3 positive dinge aufzählen 
du wirst achtsam mit dir sein 
du wirst versuchen bedürfnisse & gefühle zu spüren und sie ausleben und befriedigen 
du wirst heute all deine listen vervollständigen 
und jeden tag ein kleines bisschen an deinen zielen arbeiten 
und jeden tag wirst du dich daran erinnern, wofür du das machst 

ich will nur einmal normal sein 
mich einmal normal fühlen 
nur einmal glücklich sein 

ich will ein besseres leben  
und ich hab dieses bessere leben verdammt nochmal verdient 
und dafür werde ich mir jeden scheiss einzelnen tag aufs neue den arsch aufreissen, 
egal wie lange es noch dauert 
egal, wie oft ich noch weinend zusammenbreche und mir diese stimme zuflüstert 'ich kann nicht mehr' 
du stehst auf und machst weiter 
immer wieder und wieder 

denn das einzige, was du heute, morgen und für den rest deines lebens tun musst 
ist atmen 

einfach atmen 
ein und wieder aus 

atmenatmenatmen

bis eines tages alles gut ist

Dienstag, 24. April 2018

weisst du S., 
du hast damals fast mein leben zerstört 

mir ist vorher schon echt viel scheisse passiert, 
aber du hast alles übertroffen
oder jedenfalls bist du auf gleicher höher mit meiner mutter
aber sie hatte fast 21 jahre 
und du nur fast ein jahr 

und irgendwann, wenn ich die passenden worte gefunden hab 
werd ich dir das alles an den kopf werden 
ich schleiche mich in dein kleines, dummes gehirn 
und zerstöre es von innen 
pflanze dir gedanken ein
kenne wege deine neuronen zu manipulieren
ohne invasiv zu sein 

renne ohne gnade auf deine schwachstellen zu 
und zahle dir all das heim, was du mir angetan hast 


Sonntag, 22. April 2018

und egal wie viele jahre noch vergehen werden
der schmerz, den du hinterlassen hast bleibt 

ich dachte wirklich, dass wenn ich an mir arbeite, 
wenn ich es schaffe gesund zu werden 
dann kommst du zu mir zurück 
und wir können glücklich bis ans ende unseres lebens zusammen sein 

ich dachte, du hättest verständnis dafür 
und dass wir das gemeinsam durchstehen 

und nicht, dass ich dich so sehr verletze, 
dass du dir eine andere suchst, 
um mich zu ersetzen 
um selbst nicht ertragen zu müssen was war 

und ich musste es ertragen 
jede einzelne sekunde
jeden deiner schläge in mein gesicht 

Samstag, 31. März 2018

wie du mich ansiehst

ich weiss noch genau, wie du mich ansahst, anlächelst
als ich zwei plätze neben dir in der vorlesung saß
und ich dachte mir 'nett' 
und dann saßt du kurz danach neben mir im tutorial

und jetzt, monate später 
bist du so ein grosser teil meiner welt geworden 
fokus auf dich 

denn wenn du da bist 
gitarre spielst 
rum alberst 
musik an machst
dein wissen teilst 
von deinem leben erzählst 
dann lässt du mein herz langsamer schlagen 
weil mich dein atem, deine anwesenheit, deine berührungen beruhigen 
weil du mich zu einem besseren menschen machst 
weil du perfekt für mich bist 
und doch so unperfekt 

und ich weiss nicht was ich denken oder fühlen soll 
denn du wärst mein perfektes gegenstück 
oder vielleicht auch nicht ? 

die vergangenheit schreit 
all die wunden 
in all den beziehungen 
all die menschen, die mich verlassen haben 
all die menschen, die ich zerstört habe 

und dann bist da du
und dich lässt es kalt 
es interessiert dich nicht, wer ich mal war oder was mir passiert ist, 
dich interessiert wer ich heute bin 

nur ich kann nicht los lassen 
werde immer wieder zurück gezogen 
werde immer wieder daran erinnert was für ein böses wort 'beziehung' ist 
werde immer wieder daran erinnert, dass meine eltern nicht für mich da waren 
und liebe ohne abhängigkeit und zerstörung nicht existiert
werde an all meine fehler erinnert 
an all die momente in denen die bloße panik in mir aufstieg, weil ich dachte ich ersticke an ihnen 
dachte ich ertrinke an ihnen
an mangel und an überfluss 

alles, was ich je wollte 
alles, wofür ich jetzt kämpfe 
ist vor bindung nicht weglaufen zu müssen 
zu spüren, dass jemandem zu vertrauen nicht bedeutet, dass man mich schlägt, mich missbraucht, mir droht,  mich umbringen will 

also fange ich von vorne an 
mama, papa, danke für nichts 

und ich versuche alles zu löschen, alles zu vergessen 
und mich von vorne groß zu ziehen 

es endlich richtig machen 
endlich gut machen 
endlich den mittelweg finden, anstatt zwischen extremen zu leben 

denn du könntest der eine sein 
oder nur ein weiteres experiment 

Dienstag, 20. Februar 2018

und alles dreht sich

alle gedanken schreien und rennen und explodieren vor sich hin
ich kann nichts sehen
weil alles verschwimmt
ich kann nichts hören und fühlen
bin so zugedröhnt vom leben
oder vom überleben ?
wer weiss das schon

du warst da für mich
ohne drama
ohne vorwürfe
ohne schreien
ohne, dass einer von uns den anderen töten will
und dafür bin ich dankbarund ich schätze das wert
aber es ist so wenig, dass ich nicht weiss, ob es reicht
obwohl es reichen muss

jetzt muss ich abschied nehmen
von all den jahren
von all dem leid
von einem ich, dass mich lange geprägt hat

ich muss abschied nehmen vom überleben
ich muss die schreie verstummen lassen
los lassen
sein lassen
einfach ich sein

doch wie macht man das ?
wie lässt man all den schmerz und das leid los, dass immernoch ganz leise in mir nach aufmerksamkeit schreit
wie kann ich abschied von etwas nehmen, was mich so sehr geprägt hat ?
wie kann ich nur die besten teile meiner vergangenheit mit mir nehmen ?
wie kann ich sein wer ich bin, wenn ich diesen teil los lasse ?

wie kann ich vermeiden, dass all die alten muster mich verfolgen
mich austricksen
mich manipulieren
mich zu einem menschen machen, der ich nicht sein möchte

ziel vor augen
plan vor mir
lasst mich frei

stille 

Montag, 22. Januar 2018

warum tust du mir das an?

7 jahre therapie, 5 kliniken
arbeit, arbeit, arbeit 
ich bin durch die scheisse gegangen
hab meine süchte hinter mir gelassen 
hab alles in meiner macht stehende dafür getan, dass es mir gut geht 
dass ich ein normales leben führen kann 
und jetzt ging es mir endlich gut
endlich konnte ich psychologie studieren 
endlich komme ich besser mit mir selbst klar 
endlich kann ich leben, ohne nur zu ertragen 
ich hab mir den arsch aufgerissen und alles gegeben, was ich habe

und dann kommst du 
du kleine scheiss drecksfotze 
ich hab dir immer den tod gewünscht
aber nicht so 
nicht so, dass du mich und alles in deinem umfeld mit in den tod reisst
du hast den krebs wirklich verdient 
und gleichzeitig tut es mir noch leid, dass du das durchmachen musst 
aber der einzige grund, weshalb ich da bin ist der, 
dass ich nicht den rest meines lebens ein schlechtes gewissen haben will, 
nur weil ich nicht alles versucht habe 
denn so bin ich, ich versuche alles hinzukriegen, alles zu überleben, alles gut werden zu lassen 
und du ? 
du bist eine atombombe
du willst jeden in den dreck ziehen, missbrauchen, manipulieren, zerstören 
du zerstörst mich, mama 
ich hab nicht mal die zeit verarbeitet in der du mich umbringen wolltest
in der du ständig auf mich los gegangen bist und ich ständig nur angst um mein leben hatte 
und dann bin ich gegangen und mit der zeit wurde es besser 
und jetzt beginnt alles von vorne 
du trinkst und trinkst und trinkst und trinkst
du lügst und schlägst und weigerst dich 
du erpresst uns mit deinem leben 
du willst alles an dich reißen, jedes leben in dich aufsaugen 
nur du du du du du du 
alles nur für dich 
die ganze welt existiert nur für dich und deine kranke scheiße
wirklich, wie viele gott verdammte gehirnzellen besitzt du eigentlich noch ? 
ist da noch eine übrig ? 
es wirkt nämlich so, als hättest du dir dein gehirn rausgeschnitten und es für ne flasche vodka eingetauscht 

wie kannst du nur so asozial sein ? 
wie kannst du uns das alles nochmal von vorne antun ? 
wie kann ein mensch nur so ein monster sein ? 
und wie kann ich nur so verletztlich sein, dass ich dich nicht einfach alleine verrecken lasse? 
ich muss rennen, ich weiss 
weil du mich im visier hast 
du hast die waffe schon auf mich gerichtet 
lachend 
und wartest nur auf den moment um abzudrücken 
du tötest mich, mama 
du zerstörst mich und mein leben 
wieder und wieder und wieder 
und alles in mir schreit und weint, weil ich weiss, dass ich das nicht mit mir machen lassen kann  
aber so hast du mich erzogen 
dein eigenener kleiner sklave 
bereit sein leben zu geben, nur damit du für eine sekunde was zu lachen hast 
du bist so verdammt krank 
und ich so verdammt hilflos 

und ich muss stark sein
ich muss das hinkriegen 
weil ich nicht 7 jahre arbeit wegwerfen kann, 
nur weil du meinen namen schreißt

aber welche wahl lässt du mir ? 
 entweder ich lasse dich völlig alleine elendig verrecken und du wirst erst nach wochen gefunden, weil niemand nach dir sieht oder ich bleibe da, lasse mich weiter traumatisieren, beschimpfen, bedrohen, gucke mir dein elend an, bis du stirbst. 

das einzige was ich in all den jahren wollte war für eine stunde eine mutter haben und kein monster