ich sitze mit papa im auto.
er sagt irgendwas, doch ich höre nicht hin.
merke nur, wie irgendwas runterfällt.
dieser stein, diese schwere, dieses bedrängte gefühl, dass mich seit jahren erstickt.
es fällt runter, bröckelt leicht.
ich atme, ein, aus, nochmal.
zu schön.
ich atme.
ich muss die tränen unterdrücken, denke ich mir.
ein und ausatmen.
wieder und wieder.
augen zu.
er redet immernoch.
"ja, endlich", murmel ich mehr zu mir als zu ihm.
15 jahre, 6 monate und 13 tage.
du hure, du verficktes, dreckiges miststück.
du hast mein leben zerstört, es an dich gerissen.
mich missbraucht und kaputt gemacht.
ich wünschte, du wärst gestorben, damals.
das wäre nicht mal annähernd so schmerzhaft gewesen,
wie das, was du mir angetan hast, antust.
du brichst mir mein herz, jeden tag auf's neue.
ich kann nicht atmen, nicht lieben, nichts fühlen, ich kann nicht gehen, nicht sehen, nicht essen, nicht trinken, nicht genug rauchen oder mir nicht genug pillen einwerfen, um den schmerz zu lindern, ich kann nicht leben.
denn du lebst.
du stichst mir ein messer in die brust, mit jedem deiner atemzüge.
ich hab's versucht.
hab versucht dich zu vergessen, versucht dich zu ignorieren, versucht mich nicht von die kontrollieren zu lassen.
aber es geht nicht. ich schaff's nicht.
du reißt alles an dich, schreist herum, bestimmst diese scheiß welt.
du bringst mich dazu, mich selbst zu hassen, die welt zu hassen, die menschheit zu hassen.
du bringst mich dazu, dich zu hassen.
und zwischen all dem hass und den wünschen, dass du stirbst, steckt ein kleines bisschen liebe. eine kleine sehnsucht, ein weinendes kind.
du hast mich verlassen und tust das jeden tag auf's neue.
also, sag mal, warum hast du mich auf die welt gebracht, wenn du mich eigentlich nicht willst, mama?
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